Klimagerechte Abwasserlösungen für Marokkos Kommunen
Der Zugang zu einer angemessenen Sanitärversorgung bleibt in den ländlichen Regionen Marokkos eine große entwicklungspolitische Herausforderung. In den fünf Provinzen Al Haouz, Chichaoua, Essaouira, Taroudant und Chefchaouen verfügen viele kleinere Kommunen über keine funktionsfähige Abwasserinfrastruktur. Dies belastet die öffentliche Gesundheit und die Umwelt und beeinträchtigt langfristig die Klimaresilienz.
Das Nationale Programm für gemeinschaftliche Abwasserentsorgung – Komponente Gemeindezentren (PNAM-CCLC) wird von der Bundesregierung über die KfW Entwicklungsbank finanziert und setzt an dieser Versorgungslücke an. Das Programm umfasst 34 kleinere Kommunen und entwickelt an die klimatischen Bedingungen angepasste Lösungen für die Abwasserentsorgung. Im Mittelpunkt stehen ressourcenschonende Technologien, die für die jeweiligen örtlichen Bedingungen geeignet sind. Die Investitionen umfassen Kläranlagen und die zugehörigen Kanalnetze mit Primär-, Sekundär- und Tertiärkanälen sowie Hausanschlüssen. Bevorzugt werden schwerkraftbasierte Freispiegelsysteme, um den Betriebsaufwand und die Kosten möglichst gering zu halten.
Die Umsetzung erfolgt in Partnerschaft mit AMANE Ingénierie und SAFED für die marokkanische Direction des Réseaux Publics Locaux (DRPL). Auf Provinzebene wird die Umsetzung von den delegierten Auftraggebern, den Maîtres d’Ouvrage Délégués (MOD), begleitet. Dazu gehören die Société Régionale Multiservices Marrakech–Safi (SRM-MS), die Société Régionale Multiservices Souss–Massa (SRM-SM) und die Société Régionale Multiservice Tanger–Tétouan–Al Hoceima (SRM-TTA).
Areas of Expertise
- Wasser
- Wasserwirtschaft
- Wasserbau
- Stadtentwicklung
- Kompetenzentwicklung & Wirtschaftsförderung
Gesellschaften
Dorsch Impact
Auftraggeber
Direktion für lokale öffentliche Netze (Direction des Réseaux Publics Locaux, DRPL), finanziert durch die KfW Entwicklungsbank
Dauer
Von 2024 bis 2028
Standort
Marokko
Bausumme
84 Mio. EUR
Projektleistungen
Institutionelle Komponente (Los 1 – Technische Unterstützung der DRPL)
- Unterstützung der DRPL beim übergeordneten Programmmanagement und bei der landesweiten Koordination des PNAM-CCLC
- Einführung eines Systems für Fernmanagement, Monitoring und Verifizierung (RMMV), das eine Überwachung des Programmfortschritts in Echtzeit ermöglicht
- Überwachung der Einhaltung der Vorgaben in den Bereichen Umwelt, Soziales, Gesundheit und Sicherheit (ESHS) im gesamten Programm
- Identifizierung und Planung flankierender Unterstützungsmaßnahmen sowie Überarbeitung der Ergebnismatrix und Nachverfolgung der Indikatoren
- Identifizierung alternativer Projekte oder Ersatzprojekte und Vorbereitung der nachfolgenden Phasen des PNAM-CCLC
Technische Komponente (Los 2 – Technische Unterstützung der delegierten Auftraggeber SRM)
- Prüfung der technischen Studien und Bestätigung der Planungskonzepte für die einzelnen Investitionsmaßnahmen
- Prüfung und Freigabe der Ausführungsplanungen und Ausschreibungsunterlagen vor Beginn des Vergabeverfahrens
- Unterstützung bei erforderlichen Enteignungsverfahren und Beratung zu den Vergabeprozessen
- Überwachung der Bauarbeiten in allen fünf Provinzen
- Steuerung der Inbetriebnahme und formellen Übergabe der fertiggestellten Infrastruktur
Begleitmaßnahmen (optionale Leistungen im Rahmen von Los 1)
- Durchführung von Programmen zum Kapazitätsaufbau für Mitarbeitende der SRM zum Betrieb und zur Instandhaltung der Abwasserinfrastruktur
- Konzeption und Umsetzung von Sensibilisierungskampagnen zur Abwasserentsorgung unter Berücksichtigung gendersensibler Ansätze
Impact
- Verbesserte Versorgung in 34 Kommunen: Das Programm verbessert die Abwasserentsorgung in 34 kleineren Kommunen in fünf Provinzen. Davon profitieren insbesondere ländliche und stadtnahe Bevölkerungsgruppen, die bislang nur unzureichend durch die bestehende Infrastruktur versorgt werden.
- Klimagerechte Infrastruktur: Indem das Projekt vorrangig auf Systeme setzt, die allein durch Schwerkraft funktionieren und keine Pumpstationen benötigen, sollen die Energieabhängigkeit und die langfristigen Wartungskosten minimiert werden. Das stärkt Nachhaltigkeit und Klimaresilienz.
- Gestärkte institutionelle Kapazitäten: Durch gezielte Schulungen für delegierte öffentliche Auftraggeber und die Einführung eines RMMV-Systems stärkt das Projekt nachhaltig die institutionellen Kapazitäten für das Management von Sanitärprogrammen in Marokko.
Unser Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
Wir haben uns verpflichtet, einen positiven Beitrag zu leisten und unterstützen die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Dieses Projekt trägt zu den folgenden SDGs bei: