Von Wasserdaten zu fundierten Entscheidungen: IWRM-Kompetenzen im Tschad stärken
Der Tschad ist zunehmend von den Folgen klimatischer Schwankungen betroffen. Unregelmäßige Niederschläge, Bevölkerungswachstum und die Beeinträchtigung agropastoraler Systeme setzen die Wasserressourcen des Landes immer stärker unter Druck. Ein grundlegendes Hindernis für eine wirksame Planung im Wassersektor ist der anhaltende Mangel an verlässlichen hydrogeologischen Daten sowie die begrenzte institutionelle Fähigkeit, solche Daten dauerhaft zu erheben, zu verwalten und zu verbreiten.
Das Projekt „Wissensaufbau und institutionelle Unterstützung für integriertes Wasserressourcenmanagement im Tschad, ResEau (Phase III)“ setzt unmittelbar bei diesen Herausforderungen an. Aufbauend auf zwei früheren Phasen der schweizerischen Zusammenarbeit im Wassersektor unterstützt das Projekt den Tschad beim Übergang zu einem eigenständigen, wissensbasierten integrierten Wasserressourcenmanagement (IWRM). Damit soll die langfristige Widerstandsfähigkeit des Landes gegenüber klimatischen Schwankungen verbessert werden.
ResEau III verfolgt drei zentrale Ziele: die Verbesserung der Maßnahmen im Wassersektor durch die kontinuierliche Erstellung, Verfügbarkeit und Zugänglichkeit relevanter, auf die jeweiligen Gebiete zugeschnittener hydrogeologischer Karten und Daten; die Stärkung der institutionellen und fachlichen Kapazitäten des Dokumentations- und Geoinformationszentrums (CDIG) sowie weiterer ministerieller Einrichtungen wie des nationalen Labors des Tschad (LNE), damit diese eigenständig Dienstleistungen erbringen, Produkte verbreiten und Entscheidungsprozesse im Wasser- und agropastoralen Sektor unterstützen können; sowie die Verankerung des Masterstudiengangs Hydrogeologie und Geoinformationssysteme (HydroSIG) an der Universität N’Djamena, einschließlich der Erweiterung seiner Inhalte und der praktischen Ausbildung, damit der Studiengang dauerhaft eigenständig qualifizierte Absolventinnen und Absolventen ausbilden kann.
Areas of Expertise
- Wasser
Gesellschaften
Dorsch Impact
Auftraggeber
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) / Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC)
Dauer
Von 2024 bis 2028
Standort
Tschad
Projektleistungen
Hydrogeologische Datenerhebung und Kartierung
- Erhebung, Analyse und Aufbereitung geologischer, hydrogeologischer, geophysikalischer und hydrochemischer Daten im zentralen und südlichen Tschad
- Auswertung von Satellitenbildern und GIS-Daten als Grundlage für räumliche Analysen
- Erstellung und redaktionelle Bearbeitung von 13 hydrogeologischen Karten im Maßstab 1:500.000 beziehungsweise 1:200.000
- Ausarbeitung detaillierter Erläuterungsberichte zu den einzelnen hydrogeologischen Karten
Institutionelle Komponente
- Unterstützung der institutionellen Entwicklung des CDIG in zentralen Bereichen: Organisationsstruktur, Governance und Management, strategische Planung, Monitoring und Evaluierung sowie finanzielle Nachhaltigkeit
- Stärkung der Kapazitäten der Mitarbeitenden des Wasserministeriums (CDIG, LNE, Abteilung für Wasserressourcen) in den Bereichen Datenerhebung, -verarbeitung, -analyse und -speicherung
- Entwicklung bzw. Modernisierung von IWRM-Produkten, darunter Wasseranalysegeräte, hydrogeologische Karten, Datenbanken, Anwendungen zur Datenerhebung und ein Geoportal
- Erarbeitung von Standards für die Qualitätskontrolle von Daten, die Dokumentation und das Wissensmanagement
- Aufbau von Kooperations- und Partnerschaftsstrukturen mit nationalen und internationalen Akteuren
Technische Komponente
- Überprüfung und Anpassung des bestehenden Masterstudiengangs Hydrogeologie und Geoinformationssysteme an den akademischen Auftrag und die strategischen Ziele der Universität N’Djamena
- Technische und materielle Unterstützung der Programmleitung und Lehrkräfte bei der Entwicklung und Durchführung praxisorientierter Lehrmodule (Einrichtung eines hydrogeologischen Versuchsgeländes und eines Wasseranalyselabors)
- Schulung des akademischen Personals in verschiedenen Fachgebieten und pädagogischen Methoden
- Unterstützung der langfristigen institutionellen Verankerung des Masterstudiengangs, damit dieser über die Projektlaufzeit hinaus eigenständig fortgeführt werden kann
Fondsmanagement
- Verwaltung eines Fonds von rund 4 Millionen CHF zur Unterstützung der Projektumsetzung und der komponentenübergreifenden Partnerschaften
Impact
- Gestärkte Klimaresilienz: Das Projekt stärkt unmittelbar die Fähigkeit des Tschad, Klimavariabilität zu antizipieren und darauf zu reagieren. Durch die systematische Erarbeitung und Verbreitung hydrogeologischen Wissens unterstützt es eine evidenzbasierte Planung im Wasser- und Agropastoralsektor.
- Verbesserte Entscheidungsprozesse für IWRM-Akteure: Staatliche Institutionen, Entwicklungspartner, humanitäre Organisationen und die Privatwirtschaft erhalten Zugang zu bedarfsgerechten, aktuellen Karten und Datenprodukten wie der SITEAU-App und dem Geoportal. Dies ermöglicht wirksamere und besser koordinierte Interventionen im Wassersektor.
- Dauerhafte institutionelle Kapazitäten: Das CDIG wird in die Lage versetzt, IWRM-Produkte auch über die Projektlaufzeit hinaus eigenständig zu erstellen und zu verbreiten. Damit entsteht eine dauerhafte nationale Infrastruktur für das Datenmanagement im Bereich der Wasserressourcen.
- Qualifizierte nationale Fachkräfte: Der HydroSIG-Masterstudiengang an der Universität N’Djamena soll auch künftig eigenständig qualifizierte Absolventinnen und Absolventen in Hydrogeologie und Geoinformationssystemen ausbilden und damit langfristig die nationale Fachkräftebasis im Wassersektor stärken.
Unser Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
Wir haben uns verpflichtet, einen positiven Beitrag zu leisten und unterstützen die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Dieses Projekt trägt zu den folgenden SDGs bei: