Der Ausbau von Bahnstrecken ist aufwendig: Flächenknappheit, langwierige Genehmigungen und Bauarbeiten unter dem „rollenden Rad“, also unter laufendem Betrieb, verzögern Projekte und erhöhen die Kosten. Vor diesem Hintergrund geraten innovative Lösungsansätze und verlässliche Planungskompetenz zunehmend in den Fokus. Denn um den steigenden Anforderungen und den politischen Zielsetzungen gerecht zu werden, sind nicht nur Investitionen, sondern auch technische und organisatorische Expertise gefragt.
Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung komplexer Infrastrukturprojekte tragen die Unternehmen von Dorsch Europe dazu bei, Engpässe zu beseitigen, Kapazitäten zu erweitern und die Qualität des Bahnverkehrs nachhaltig zu verbessern. Wie solche Vorhaben konkret aussehen, zeigen aktuelle Projektbeispiele aus dem Unternehmensverbund.
Ausbaustrecke ABS Hanau–Gelnhausen
Die Deutsche Bahn erweitert die Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen auf durchgehend vier Gleise. Die zusätzlichen Gleise ermöglichen einen flexibleren und störungsfreieren Betrieb, da der Fern- und Nahverkehr künftig entmischt wird. Schnelle Züge fahren getrennt von langsameren auf eigenen Gleisen. Die Geschwindigkeit wird von heute 160 auf künftig bis zu 250 km/h erhöht. Dies verbessert die Pünktlichkeit und verkürzt die Fahrzeiten im Fern- und Regionalverkehr.
Alle Verkehrsstationen entlang der Strecke werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Die Anwohnenden profitieren durch den Bau von über 30 Kilometern Schallschutzwänden. Zusätzlich werden Maßnahmen für den Umwelt- und Artenschutz umgesetzt, darunter Ersatzhabitate und Nisthilfen für Weißstörche, Zauneidechsen und Ameisenbläulinge.
Der erste Planfeststellungsabschnitt 5.17 ist bereits im Bau, die Planfeststellungsabschnitte 5.16 bis 5.13 folgen sukzessive in den nächsten Jahren.
Dorsch Europe ist im Auftrag der DB InfraGO AG beteiligt: Die Ingenieurgemeinschaft KREBS+KIEFER / BUNG verantwortet die Gesamtplanung, das heißt Objektplanung von Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerken sowie die Tragwerksplanung. BPS rail ist als Nachunternehmer für die Oberleitung eingebunden. Zum ersten Mal plant die BPS damit auch eine HOL (Hochgeschwindigkeits-Oberleitung). Die Strecke wird für 230 km/h trassiert, die Oberleitungsanlage (OLA) ist jedoch als Re 250 ausgelegt und erlaubt damit eine maximale Geschwindigkeit von 250 km/h. Damit verfügt die OLA über eine höhere Leistungs- und Geschwindigkeitsreserve, als für den Betrieb derzeit benötigt wird.